Aufruf
zum Ostermarsch 2009 am 11. April
Kriege
beenden! Abrüstung statt Sozialabbau!
Gegenwärtig beschäftigt uns die Wirtschaftskrise. Sie wird weltweit steigende Massenarbeitslosigkeit hervorbringen. Es besteht die Gefahr neuer Verteilungskämpfe, weil niemand die Folgen der Krise freiwillig bezahlen will. Das kann auch zu neuen Kriegen führen.
Mit Steuermilliarden soll jetzt der Casino-Kapitalismus gerettet werden. Aber die jetzt beschlossenen Programme sind weder ausreichend noch sind sie sozial gerecht. Diejenigen, die jahrelang durch Spekulationen verdient haben, werden nicht herangezogen.
Der Hunger in der Welt nimmt noch weiter zu, weil die Lebensmittelpreise steigen, die Hilfen aber nicht. Die Klimakatastrophe wird nicht wirksam bekämpft.
Auch bei uns wächst die Armut, besonders bei Kindern und Alten. Doch die Rüstungsausgaben dagegen werden weiter erhöht. Jährlich wird über 1 Billion US-Dollar für Rüstung verschwendet, das heißt in Krieg und Mord umgesetzt.
Nein
zum Krieg in Afghanistan, Irak und überall auf der Welt
Es
wird behauptet,
der Bundeswehreinsatz an verschiedenen Stellen der Welt sei
notwendig, um den Frieden zu sichern. Wir sagen: Es gibt keine
„humanitären“ Militäraktionen. Krieg tötet
Menschenleben, auch und gerade unter der Zivilbevölkerung. In
Wirklichkeit führen die reichen Länder Kriege, um
rohstoffreiche und geostrategisch wichtige Regionen unter ihre
Kontrolle zu bringen. Die US-Besatzung im Irak hält an, der
Krieg in Afghanistan eskaliert und droht auf Pakistan
überzugreifen. Die Zahl der Opfer steigt, die Not der
Bevölkerung nimmt zu. NATO und auch die Bundesrepublik setzen
noch mehr Truppen ein. Die Bundesregierung treibt Deutschland immer
weiter in diesen Krieg hinein.
In
Zeiten sich verknappender Rohstoffe und einer erstarkenden
Weltmarktkonkurrenz durch China, Indien und Russland geht es um die
Sicherung von Machtbereichen und einer profitablen
Wirtschaftsordnung. Aufrüstung, Kriege, Militärinterventionen,
Militärstützpunkte und die Weltraummilitarisierung sind
wesentliche Bestandteile dieser Entwicklung.
Es wird behauptet, die NATO, die dieses Jahr ihren 6O. Gründungstag feiert, hätte zur Friedenssicherung beigetragen. Tatsächlich hat sie sich zu einem Bündnis entwickelt, das auf dem Balkan völkerrechtswidrig Jugoslawien angegriffen hatte und gegenwärtig in Afghanistan eine Kriegs- und Besatzungspolitik betriebt, die von der Bevölkerung immer stärker abgelehnt wird und ständig neue Opfer unter der Zivilbevölkerung hervorbringt. In Europa betreibt die NATO mit ihrer Osterweiterung und der Raketenstationierung eine gefährliche Einkreisungspolitik gegen Russland. Noch immer hält die NATO an einer atomaren Erstschlagstrategie fest. Noch immer sind in unserem Land Atomwaffen stationiert. Die gegenwärtige Politik der Europäischen Union ist bestrebt, ihre eigenen militärischen Möglichkeiten auszubauen.
Unser Ziel ist ein demokratisches, friedliches und soziales Europa, das weltweit für Abrüstung und friedliche Konfliktlösungen eintritt. Der EU-Vertrag von Lissabon muss von seiner Aufrüstungsverpflichtung befreit werden. Atomwaffen sollen aus Deutschland abgezogen werden. Die NATO sollte durch ein nicht-militärisches Sicherheitssystem in Europa ersetzt werden.
Es wird behauptet, Israel könne sich gegen Raketenangriffe der Hamas nur mit militärischer Gewalt verteidigen. Tatsache ist aber: Die israelischen Luftangriffe haben in erster Linie die Zivilbevölkerung getroffen und Angst und Schrecken verbreitet. Gaza war durch die Abriegelung ohne medizinische Versorgung. Die Bombenangriffe auf Gaza haben das Leid nur vervielfacht. Es hat sich wieder einmal gezeigt: Gewalt wird den Konflikt nicht lösen, weder die der israelischen Armee noch die der palästinensischen Hamas, sondern nur politische Verhandlungen.
Die Bundesregierung unterstützt einseitig die gegenwärtige Kriegs- und Besatzungspolitik Israels gegen Palästina, auch mit Rüstungsgütern. Dadurch ist sie mitverantwortlich für die Leiden der palästinensischen Bevölkerung sowie die Gefährdung der gesamten Region und einer friedlichen Zukunft Israels.
Die Atompolitik Irans ist gefährlich, weil jeder Staat, der dem Zugriff auf Atomwaffen näher kommt, ein zusätzliches Risiko für den Weltfrieden ist. Diese Probleme lassen sich aber nur auf dem Verhandlungswege lösen. Kein Staat darf in eine Situation geraten, in der er meint, mehr Sicherheit durch Atombewaffnung zu finden.
Unser
Ziel ist Frieden im Nahen Osten. Die schließt einen allseitig
anerkannten Staat Israel in gesicherten Grenzen ebenso ein wie die
Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechtes des palästinensischen
Volkes und ein eigenen Staat Palästina. Alle Konfliktparteien
müssen die Resolutionen der UNO einhalten und einen
Friedensvertrag schließen. Der Nahe Osten muss zu einer
atomwaffenfreien Zone werden einschließlich Iran und
einschließlich Israel.
Ostermarsch 2009 in Oldenburg am 11.4.09 (Ostersamstag) um 11 Uhr ab Brunneneck, Lange Str. / Ecke Achternstr.
Zum Ostermarsch rufen auf: Arbeitskreis Asyl, Arbeitskreis Friedenswoche, AStA der Carl von Ossietzky Universität, DKP Oldenburg, Evangelische StudentInnen Gemeinde Oldenburg ESG